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Die Zuschauer in der Münchner Arena mussten am Mittwoch lange warten, ehe das Versprechen von Thomas Müller eingelöst wurde. Es werde knistern, hatte der Spieler des FC Bayern für dieses Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League angekündigt. Aber das Duell mit Arsenal London war lange eine sehr verhaltene Angelegenheit.

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Erst nach der Pause erreichte die Partie Königsklassen-Niveau – mit dem besseren Ende für die Münchner. Dank Joshua Kimmichs Kopfballtreffer in der 63. Minute steht der FC Bayern im Halbfinale der Champions League – zum ersten Mal seit vier Jahren wieder. Dort bekommen es die Münchner nun mit Rekordsieger Real Madrid zu tun, der sich am Abend nach Elfmeterschießen bei Manchester City durchsetzte.

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Damit ist es den Münchnern in dieser national so ernüchternden Saison wenigsten international gelungen, ein kleines Ausrufezeichen zu setzen. Und die Reise ist ja noch nicht zu Ende – sogar die Neuauflage des Finales von 2013 gegen Borussia Dortmund im Londoner Wembleystadion ist möglich.

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Tuchels persönlicher Erfolg

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Der FC Bayern setzte mit dem knappen, aber am Ende verdienten Sieg die gute Heimserie in der Champions League fort. Im heimischen Stadion sind sie nun 15 Spiele hintereinander unbesiegt. Und für Tuchel ist dieses Weiterkommen ein besonderer Erfolg. Er ist erst der zweite Trainer, der mit drei verschiedenen Klubs das Halbfinale erreicht.

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Tuchel hatte sich gegen Thomas Müller in der Startelf entschieden und dafür Raphael Guerreiro auf der linken Seite beginnen lassen, zur Unterstützung von Noussair Mazraoui in der Abwehr gegen den schnellen Bukayo Saka. „Auf der Seite muss man viel mitverteidigen“, erklärte Tuchel vor Anpfiff auf DAZN. „Das ist nicht die Rolle von Thomas, hier den halben linken Verteidiger zu geben.“ Mazraoui ersetzte auf der für ihn ungewohnten Seite den gesperrten Alphonso Davies.

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Mit dem dritten Klub im Halbfinale der Champions League: Thomas Tuchel (l.) hat allen Grund zum Feiern
With the third club in the Champions League semi-finals: Thomas Tuchel (l.) has every reason to celebrateAFP

Arsenals Trainer Mikel Arteta konnte auf den angeschlagenen Martin Ödegaard zurückgreifen und veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum Hinspiel nur auf einer Position. Statt Jakub Kiwior spielte Takehiro Tomiyasu in der Viererkette.

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Beide Mannschaften riskierten wenig

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Die Partie lief ganz anders als die erste acht Tage zuvor. Beide Mannschaften begannen vorsichtig, riskierten wenig und waren zuerst auf Absicherung bedacht. Zwar schienen die Londoner ein bisschen früher ins Spiel zu finden, hatten mehr Ballbesitz und Präsenz im gegnerischen Strafraum, aber die ersten Aktionen, die für ein Raunen in der Allianz sorgten, gelangen den Bayern. Ein Konter über Guerreiro und Mazraoui in der 23. Minute führte nur zu einer Ecke, und den Distanzschuss von Jamal Musiala eine Minute später konnte Arsenals Torhüter David Raya gerade noch abklatschen.

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Diese ersten Chancen der Münchner weckten offenbar die Angriffslust der Engländer. Nach einer halben Stunde prüfte Martin Ödegaard mit einem noch abgefälschten Schuss aus 23 Metern Manuel Neuer. Der Münchner Kapitän wehrte den schwierigen Ball ab. Anschließend waren die Bayern unsortiert in der Abwehr, aber Arsenal spielte den Angriff nicht gut zu Ende.

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Und auch Gabriel Martinelli schloss kurz darauf zu hastig ab, als er aus dreizehn Metern frei zum Schuss kam (31.), der Ball landete sicher in den Händen von Neuer. Überhaupt war diese erste Hälfte geprägt von fehlender Präzision im Aufbau, weshalb die Zuschauer nur wenig gut herausgespielte Offensivaktionen zu sehen bekamen.

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Kurz nach Wiederanpfiff schien Tuchel ein wenig zu frösteln an diesem nasskalten April-Abend. Er zog den Reißverschluss seiner Daunenjacke ganz nach oben fast über das Kinn. Und noch während er damit beschäftigt war, hätte Leon Goretzka beinahe dafür gesorgt, dass sein Trainer jubeln darf. Sein Kopfball landete allerdings am Lattenkreuz und nicht im Tor.

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Die Chance war der Auftakt zu einem etwas intensiveren Spiel. Beide Mannschaften wagten mehr als noch vor der Pause, und so musste Neuer kurz darauf nach einem langen Ball von Arsenal weit vor dem Strafraum per Kopf klären. In fast allen von den Statistikern gezählten Spieldaten war die Partie ausgeglichen, lediglich in der Eckball-Bilanz lagen die Bayern vorn, nach einer Stunde 6:0.

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Kimmich mit Köpfchen

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Und kurz darauf nach Toren wenigstens 1:0. Der Ball landete über Leroy Sané auf der linken Seite bei Guerreiro, er hatte viel Platz und Zeit zu überlegen, wohin er flankt – und entschied sich für die Strafraummitte, wo Joshua Kimmich herangerauscht kam und den Ball zum 1:0 ins Netz köpft. Zwei Minuten später hätte Leroy Sané auf 2:0 erhöhen können, aber dem Nationalspieler rutschte der Ball über den Fuß und statt Richtung Tor segelte der weit darüber.

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Arsenals Trainer Arteta wechselte nun unter anderem Leondra Trossard ein, jenen Angreifer, der im Hinspiel den Ausgleich erzielte. Aber dieses Mal stach der Joker nicht. Arsenal probierte in der Schlussphase alles, aber die Bayern erkämpften sich mit Leidenschaft und einer guten Mannschaftsleistung die Halbfinalteilnahme.

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