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In Dortmund war während der vergangenen Tage gerne in Erinnerungen an eine ganz besonders magische Nacht geschwelgt worden. Der Sieg gegen den FC Malaga im Viertelfinale der Champions League 2013 war ein denkwürdiges Drama, mit glücklichem Ende in der Nachspielzeit.

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Am Dienstagabend war nun mit Atlético Madrid wieder ein spanisches Team zum Rückspiel in einer Runde der besten acht Klubs des Edelwettbewerbs zu Gast, und abermals bekam das Publikum einen Krimi vorgesetzt, der noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die Dortmunder führten 2:0, waren dem Aus nahe, als es 2:2 stand, bevor Niclas Füllkrug und der fabelhafte Marcel Sabitzer mit ihren Toren einen 4:2-Sieg und den Einzug ins Halbfinale gegen Paris Saint-Germain möglich machten.

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Auf dem allerhöchsten Champions League-Niveau spielten die beiden Mannschaften nicht, aber es war viel los auf dem Platz, der Unterhaltungswert war groß. Bereits nach zwei Minuten hatte Sabitzer eine spektakuläre Chance, als er nach einem Querpass von Karim Adeyemi sechs Meter vor dem Tor völlig frei an den Ball kam, jedoch zu lange zögerte.

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Intensives Spiel

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Das Stadion war wach, aber die Defensive des BVB schlummerte noch. Denn zwei Minuten später war die Absicherung nach einem eigenen Eckball derart unsortiert, dass Alvaro Morata frei auf das Tor des BVB zustürmte, den Ball über Torhüter Gregor Kobel hinweg, aber auch neben den Pfosten chippte.

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Es folgte ein intensives Spiel, das geprägt war von Ungenauigkeiten und Fehlpässen, wobei die Dortmunder energischer an einem Treffer arbeiteten und mit etwas Glück dafür belohnt wurden. Julian Brandt traute sich einen Schuss aus spitzem Winkel, den Torhüter Jan Oblak unter dem Arm ins Tor rutschen ließ (34.). An besseren Tagen hätte der Pole dieses Tor vermutlich verhindert, dem einer dieser selten gewordenen Steilpässe von Mats Hummels mit dem Außenrist vorausgegangen war.

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Die Ausfälle von Sebastién Haller (Fußgelenk), der bei der 1:2-Niederlage im Hinspiel das BVB-Tor geschossen hatte, sowie von Donyell Malen (Knie) machten sich zunächst nicht bemerkbar. Adeyemi, Brandt und Jadon Sancho probierten viel und tauchten immer wieder in guten Räumen vor dem Tor der Spanier auf, wovon auch die nachrückenden Defensivspieler profitierten. So wie Ian Maatsen, der noch vor der Halbzeit von seiner linken Seite mit einem starken Schuss in die lange Ecke einen zweiten Treffer nachlegte (38.).

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Dortmund arbeitete von Beginn an energisch am ersten Treffer.
Dortmund worked hard from the beginning to get the first goal.AFP

Nun deutete vieles auf einen überraschend einfachen Dortmunder Erfolg hin, Atlético wirkte angeschlagen, machte viele Fehler. Das Team von Trainer Diego Simeone hat gerade auswärts in dieser Saison grundsätzlich Probleme, und in Dortmund ist die Wucht des Heimpublikums bekanntlich besonders kraftvoll.

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Aber zu glauben, dass diese erfahrene Europapokalmannschaft in so einem großen Spiel nicht noch irgendwelche speziellen Kräfte mobilisieren kann, wäre naiv gewesen. Simeone wechselte in der Pause drei Spieler ein, woraufhin sich die Partie drehte. Mats Hummels traf nach einem missglückten Abwehrversuch nach einer Ecke per Eigentor zum 2:1 (49.). Die Spanier spielten nun mit einer ganz anderen Energie, machten kaum noch Fehler und der eingewechselte Correa schoss nach einem zunächst abgewehrten Schuss im zweiten Versuch schließlich das 2:2 (64.).

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Doch die Dortmunder wehrten sich. Sabitzer, der bereits das 2:0 vorbereitet hatte, schlug in der 71. Minute eine präzise Flanke auf den Kopf von Füllkrug, der zum 3:2 traf. Und drei Minuten später war es der Österreicher selbst, der das Stadion mit einem starken Abschluss beim 4:2 zur Explosion brachte (74.). Beinahe hätte er mit einem spektakulären Fernschuss noch das 5:2 erzielt (87.), aber der BVB blieb defensiv stabil, und das reichte auch so.

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Wahrscheinlich gehört das Ensemble von Edin Terzic nicht wirklich zu den vier besten Teams des Kontinents, schon in der Bundesliga steht der BVB ja nur auf dem fünften Tabellenplatz. Aber in diesem Jahr fügen sich die Dinge einfach günstig zusammen.

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Gute Leistungen werden mit dem notwendigen Glück und den passenden Spielverläufen ergänzt und haben etwas ganz besonders möglich gemacht. Jetzt ist sogar der Einzug ins Finale vorstellbar, das im Londoner Wembleystadion stattfindet. Genau wie 2013, als der Revierklub zuletzt das Endspiel dieses wichtigsten Wettbewerbs für Fußballklubs erreicht hat. Sogar eine Neuauflage des rein deutschen Duells von damals ist möglich, denn der FC Bayern hat ja ebenfalls noch die Möglichkeit, bis nach Wembley vorzudringen.

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