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Isabell Werth schnaufte einmal tief durch. Sie hatte hart gearbeitet, um den Wallach Quantaz durch ihre Kür zu den Klängen Bonnie Tylers zu manövrieren. Das Pferd hatte sich beim Weltcup-Finale im Dressurreiten am Freitagabend in der Arena von Riad immer wieder umgesehen, war angespannt.

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„Er war sehr geladen. Aber er war fair mit mir und hat es gut gelöst“, sagte seine Reiterin später. Letztlich belegte das beste deutsche Paar den dritten Rang mit 81,429 Prozent, knapp hinter der Dänin Nanna Skodborg Merrald und Don Olymbrio (81,429).

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Überraschend gewann der Schwede Patrick Kittel erstmals bei seiner neunten Finalteilnahme. In Saudi-Arabiens Hauptstadt siegte er mit dem Wallach Touchdown (81,661). „Ein Traum wird wahr, ich habe heute schon viel geweint vor Freude“, sagte Kittel, nachdem er auf dem Weg zur Pressekonferenz zahlreiche Fotos mit Freunden und Fans hatte machen müssen. „Das ist eine neue Erfahrung für mich.“

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„Waren alle etwas irritiert“

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Die Weltmeisterin Charlotte Fry aus Großbritannien war kurz vor Beginn ihrer Prüfung disqualifiziert worden. Der Chefrichter der Prüfung, Hans-Christian Matthiesen aus Dänemark, hatte Blut am Maul ihres Pferdes Everdale entdeckt, noch ehe die Musik ertönt war.

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Göran Akerström, Tierarzt des Weltreiterverbandes FEI, erklärte, das Pferd sei untersucht worden und eine kleine Verletzung am Zahnfleisch festgestellt worden, die schnell verheilen werde. Matthiesen betonte, es sei für ihn eine harte Entscheidung gewesen, aber im Sinne des Pferdes und nach den Regeln der FEI.

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„Wir waren alle etwas irritiert in der Warm-Up-Arena, wussten nicht was passierte war“, berichtete Isabell Werth später. „Für Lottie tut es mir sehr leid, so etwas kann leider passieren.“ Trotz des Ausfalls einer der Favoritinnen verpasste Isabell Werth in ihrem 25. Weltcup-Finale überaus knapp den sechsten Titel, doch Bundestrainerin Monica Theodorescu fand anerkennende Worte: „Sie hat es meisterlich gelöst.“

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Strahlendes Podium: Nanna Merrald aus Dänemark, Patrik Kittel aus Schweden und Isabell Werth aus Deutschland (von links nach rechts)
Radiant podium: Nanna Merrald of Denmark, Patrik Kittel of Sweden and Isabell Werth of Germany (from left to right)dpa

Schon am Mittwoch im Grand Prix war Quantaz, der Werths erste Wahl für die Olympischen Spiele in Paris ist, beeindruckt von der Arena gewesen, war in den Galopplektionen von der Rolle. Die Prüfung hatten Charlotte Fry und Everdale noch gewonnen.

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Im Finale reihten sich die beiden weiteren deutschen Paare hinter Isabell Werth ein: Matthias Alexander Rath und Destacado wurden Vierte (77,850 Prozent), Raphael Netz und Great Escape Camelot Fünfte (76,482 Prozent). Titelverteidigerin und Weltmeisterin Jessica von Bredow-Werndl nahm nicht am Weltcup-Finale teil, da sie sich mit der Stute Dalera auf die Olympischen Spiele konzentriert.

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Der Morgen des vorletzten Wettkampftages in Riad war von der Nachricht überschattet worden, dass das Springpferd Chromatic der US-amerikanischen Reiterin Jill Humphrey im Stall kollabiert und gestorben war. Göran Akerström berichtete, das Pferd sei noch am Freitag im Universitätsklinikum Riads obduziert worden. Erste Ergebnisse könnten in etwa zehn Tagen vorliegen, die der Blutproben, die nach den Anti-Doping-Regeln der FEI entnommen worden waren, werden in zwei bis drei Wochen erwartet.

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