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Das war knapp. Dank eines beherzten und mitreißenden Kraftaktes hat es die zur Halbzeitpause zurückliegende Eintracht am Ende aber doch noch geschafft, den unmittelbaren Tabellennachbarn FC Augsburg 3:1 zu besiegen.

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Der Erfolg gegen die bayerischen Schwaben am Freitagabend unter Flutlicht war hochverdient – und hat Auswirkungen auf die europäischen Träume der Frankfurter. Vier Spieltage vor Ultimo in der Fußball-Bundesliga beträgt ihr Vorsprung vor dem FCA jetzt sechs Punkte. Ruben Vargas hatte die Augsburger in der 13. Spielminute in Führung gebracht.

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Nach dem Seitenwechsel schlug die Eintracht vor 57.600 Zuschauern durch die Tore von Fares Chaibi (55.), Hugo Ekitiké (61.) und Omar Marmoush (90.+5) entscheidend zurück. Der Sportclub Freiburg, der am Sonntag gegen Mainz 05 spielt, kann mit einem Sieg an Augsburg vorbeiziehen und bis auf drei Punkte an die Eintracht heranrücken.

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Tore, Tore, Tore

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Es war höchst emotional, als Axel Hellmann, die Witwe von Bernd Hölzenbein im Arm und begleitet von den beiden Kindern Sascha und Sabrina, den erfolgreichsten Torschützen in der Eintracht-Geschichte als „Legende“ würdigte. „Bernd war ein ganz großer Spieler, ein ganz besonderer Mensch“, sagte der Vorstandssprecher – und Jutta Hölzenbein wischte sich ein paar Tränen aus den Augen.

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Hölzenbein zu Ehren zeigte sein Verein auf dem großen Videowürfel über dem Anstoßkreis in der Frankfurter Arena Sequenzen aus dessen Leben. Tore, Tore, Tore – Hölzenbein schlug cineastisch noch einmal aus allen Lagen und aus allen Positionen erfolgreich zu. Hölzenbein, am vergangenen Montagabend im Kreis seiner Familie im Alter von 78 Jahren gestorben, war fürwahr ein Großer. Die Zuschauer in der nicht ausverkauften Arena erwiesen ihm vor dem Anpfiff des Spiels in einer Schweigeminute ihre Reverenz.

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Der Plan der Eintracht? Ein Sieg gegen Augsburg musste her. Irgendwie. „Wir wollen Bernd mit einem guten Spiel die letzte Ehre erweisen“, sagte Toppmöller am Tag vor der wegweisenden Partie und fügte hinzu: „Es geht um Emotion, Leidenschaft und Intensität. Es geht nicht darum, schön zu spielen, sondern plump ein Tor mehr zu schießen als der Gegner.“

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Fast auf den Tag genau drei Jahre war es her, dass sich eine Frankfurter Fußballmannschaft in der Bundesliga letztmalig über einen Heimerfolg gegen Augsburg freuen konnte. Ein Sieg also musste her, um Tabellenplatz sechs abzusichern und auszubauen. Doch das erste Tor schoss kein Spieler der Eintracht, sondern einer aus dem Team des FCA.

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Vargas war in der 13. Minute so frei, zur Augsburger Führung einzuschießen. Vorausgegangen war dem entschlossenen Schuss unter die Latte in der kurzen Ecke ein Fehler von Außenbahnspieler Philipp Max, der den Ball verstolperte. Die Antwort der Eintracht: ein Flachschuss von Eric Junior Dina Ebimbe, den Augsburg-Keeper Finn Dahmen aber parierte (15.).

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Lautstarke Pfiffe

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Neun Minuten später war es der auf der rechten Seite der Viererkette verteidigende Aurelio Buta, der es aus 25 Metern versuchte. Es blieb beim Versuch. Die beste Gelegenheit, den Ausgleich zu erzielen, hatte Omar Marmoush auf dem Fuß. Doch der Ball verfehlte das Augsburger Tor knapp (44.). Wieder eine zunächst dürftige Vorstellung der Eintracht, die markigen Worten nur sporadisch Taten folgen ließ. Die Quittung der Zuschauer: lautstarke Pfiffe zur Pause.

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Um dem angestrebten Sieg Stück für Stück näher zu kommen, musste sich Toppmöllers Mannschaft im zweiten Spielabschnitt gehörig steigern. Und es dauerte nur zehn Minuten, dann war schon mal der Ausgleich geschafft. Schütze des 1:1 war Chaibi, der von einer beherzten Vorarbeit von Ebimbe profitierte und aus kurzer Distanz nur einzuschieben brauchte.

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Dass die Eintracht in dieser Spielphase vollends das Kommando übernahm, wurde kurz darauf sichtbar. Der als Sturmspitze aufgebotene Ekitiké brachte die Eintracht 2:1 in Führung (61.). Für den Franzosen war es das erste Tor für seinen neuen Arbeitgeber.

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Toppmöller brachte frische Kräfte in die Partie, und einem von ihnen, Ansgar Knauff, bot sich fünf Minuten vor dem regulären Spielende die Gelegenheit, das mögliche 3:1 vorzubereiten. Nach seinem Sturmlauf über das halbe Spielfeld wollte er den besser postierten Marmoush in Szene setzen.

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Doch Mbabu konnte in höchster Not klären. Unnachahmlich, wie dann Marmoush in der fünften Minute der Nachspielzeit über den Platz stürmte und das 3:1 erzielte, das in seiner Entstehung stark an das Pokalfinaltor von Gacinovic gegen den FC Bayern erinnerte, der gleichfalls auf das leere Tor des Gegners gesprintet war und unbedrängt eingeschoben hatte. Der Plan, Bernd Hölzenbein mit einem Sieg die letzte Ehre zu erweisen, ist am Ende spektakulär aufgegangen.

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