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Als Julian Nagelsmann am 14. März über seine Pläne mit der deutschen Fußballnationalmannschaft für die Länderspiele in Frankreich und gegen die Niederlande sprach, erzählte er auch viel und offen von seinen eigenen Plänen. Der Bundestrainer, der beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) lediglich einen Vertrag bis Ende Juli besaß, nutzte die Kaderpräsentation für eine Initiativbewerbung.

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Das ließ nicht nur Klubs, sondern auch seinen Arbeitgeber hellhörig werden, der vor einer Entscheidung über den zukünftigen Trainer seiner ersten Mannschaft lieber die Europameisterschaft abgewartet hätte. Voreilige Verlängerungen vor anschließend schlechten Turnierauftritten fielen dem DFB schon im Fall Löw auf die Füße.

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Auch der DFB profitiert

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Auch wenn Nagelsmann in den Tagen danach betonte, dass er den DFB nicht unter Druck setzen wollte, tat er mit seinen Aussagen in eigener Sache doch genau das. Nagelsmanns Initiative war ein cleverer Schachzug. Fünf Wochen später unterschrieb er den neuen Vertrag als Bundestrainer, der bis zur WM 2026 gilt. Weit vor der heißen Phase der EM im eigenen Land hat er seine Zukunft – wie gewünscht – geklärt.

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Aber auch der DFB profitiert. Die jüngsten Testspielsiege entfachten neue Begeisterung. Zwei Monate vor dem EM-Eröffnungsspiel sorgt der Verband mit der zweiten Verlängerung nach der mit Sportdirektor Rudi Völler für Ruhe. Wie sehr Debatten abseits des Rasens die Leistung dort negativ beeinflussen können, zeigte nicht zuletzt die WM in Qatar.

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Anders als der Handballbund bei Alfred Gíslasons Verlängerung kommuniziert der DFB klugerweise keine Bedingungen. Doch sicher ist auch: Ein Risiko bleibt. Scheitert das DFB-Team mit Nagelsmann bei der EM, ist es mit der Ruhe schnell wieder vorbei.

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