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Dino Toppmöller hat sich festgelegt. „In dieser Phase geht es um Punkte und Emotionen.“ In dieser Phase? Für die Fußballspieler der Frankfurter Eintracht geht es in jeder Saisonphase um Punkte und Emotionen. Diesem selbstverständlichen Anspruch jedoch ist die Mannschaft von Trainer Toppmöller längst nicht immer gerecht geworden. Beim 0:3 vor einer Woche in Stuttgart hat die Truppe wieder mal die erste Halbzeit „verschlafen“, wie es gestandene Spieler wie Kevin Trapp und Makoto Hasebe zu Recht kritisierten.

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An diesem Freitag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei DAZN) gibt es nur eine Losung: Die Eintracht muss komplett ausgeschlafen sein. Sie muss endlich mal das von Anfang bis Ende zeigen, was sie selbst glaubt an Potential zu haben. Ein Sieg gegen den FC Augsburg abends unter Flutlicht in der abermals ausverkauften Arena ist Pflicht. Nach zuletzt enttäuschenden Unentschieden gegen Union Berlin und Werder Bremen, die die Eintracht weiterhin auf Tabellenplatz sechs verharren ließen, hat sich der Vorsprung vor dem ersten Verfolger Augsburger verkleinert. Drei Punkte sind es nur noch, und auch in der Tordifferenz sind es lediglich drei Tore.

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Die Eintracht dürfte gewarnt sein, wenn sich mit den bayerischen Schwaben eine der Mannschaften vorstellt, die sich in vielerlei Hinsicht stabilisiert und verbessert hat. Eintracht-Trainer Toppmöller weiß um die Gefahr, die von einer möglichen Niederlage gegen den FCA ausgeht. Auch deshalb sagte er am Donnerstag im Proficamp: „Es geht nicht darum, schön zu spielen. Es geht plump darum, ein Tor mehr als der Gegner zu schießen.“

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20-Millionen-Mann Ekitiké bislang torlos

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Für die Abteilung Tore ist bei der Eintracht vornehmlich Omar Marmoush zuständig. Theoretisch wäre es auch denkbar, dass 20-Millionen-Mann Hugo Ekitiké seiner Kernaufgabe nachgeht. Doch bislang ist der Franzose in Pflichtspieleinsätzen torlos geblieben. Im Übungsalltag, erzählte Toppmöller am Donnerstag, habe der Rekordtransfer in den vergangenen Tagen als „belebendes Element“ gewirkt. „Hugo hat Fähigkeiten“, sagte der Frankfurter Fußballlehrer, der diesen einen Moment live miterlebt hat: „Im Training hat er getroffen.“

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Fünf Spiele noch. Dann ist Schluss. Dann weiß die Eintracht, ob sie europäisch dabei ist. „Wir wollen alle zusammen nach Europa“, gab Toppmöller als Ziel und Parole aus. „Dafür tun wir alles.“ Zuletzt wurde nicht alles dafür getan, wie die jüngsten überschaubaren Auftritte in der Bundesliga gezeigt haben. Dass sich mittlerweile deutsche Profivereine im Vergleich mit englischen Klubs in den europäischen Fußballwettbewerben besser geschlagen haben, was sich in der kommenden Spielzeit auf mehr Startplätze auswirken könnte, haben Toppmöller und seine Leute regis­triert. Doch das soll im Saisonendspurt keine Rolle spielen. „Es geht nur um uns“, sagte Toppmöller vor dem Duell mit Augsburg. „Wir haben jetzt eine Riesenchance, den Gegner punktemäßig zu distanzieren.“

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Fünf Spiele noch. Dann ist auch Schluss für Makoto Hasebe. Professionell auf dem Platz Fußball spielend wird man den großartigen Japaner dann nicht mehr sehen. Ob er noch weitere Einsätze bekommt, ließ Toppmöller erwartungsgemäß offen. Der Coach beschränkte sich darauf, den untadeligen Sportsmann als „herben Verlust“ zu bezeichnen. „Makoto ist ein super Typ, auch in der Kabine. Er hat Verdienste. Er wird bis zum letzten Tag alles für Eintracht Frankfurt geben.“

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Alles für die Eintracht geben. Alles für den Klub, bei dem man angestellt ist: Auch dies ist eine Selbstverständlichkeit. Für Timothy Chandler ist es immer eine Herzensangelegenheit gewesen, für den Verein mit dem Adler auf der Brust aktiv zu sein. Sei es auf dem Platz, sei es in der Kabine, sei es als Botschafter, Spaßvogel und Motivator. Am Donnerstag, als die offizielle Spieltagspressekonferenz längst beendet war, hat die Eintracht auf ihren digitalen Kanälen mitgeteilt, dass Chandler dem Klub auch weiterhin die Treue hält.

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Eine der letzten Integrationsfiguren

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Eine Überraschung ist die Verlängerung des Arbeitskontraktes um ein weiteres Jahr nicht. Sie hatte sich angedeutet. Chandler ist nach dem angekündigten Karriereende von Makoto Hasebe und Kapitän Sebastian Rode eine der letzten verbliebenen Integrationsfiguren. Einer, der stolz ist für den 125 Jahre alten Klub am Ball zu sein. „Eintracht Frankfurt ist mein Zuhause“, teilte Chandler in der kommunizierten Vertragsverlängerung mit. „Ich brenne darauf, auch in der kommenden Saison mit dem Adler auf der Brust zu spielen. Ich bin immer noch topfit und voller Tatendrang.“

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Im Nachgang ergänzte er: „Wir haben ambitionierte sportliche Ziele. Ich möchte auch nächste Saison auf dem Platz stehen und der Mannschaft helfen.“ Besonders die integrativen Fähigkeiten des 34 Jahre alten Familienvaters stoßen auf Wohlwollen. „Timmy ist eine Identifikationsfigur und ein wichtiger Spieler für uns. Gerade für die jungen Spieler ist er ein wertvoller Ansprechpartner auf dem Platz und in der Kabine“, ließ sich Sportvorstand Krösche in der Vereinsmitteilung 083 zitieren. „Mit seiner positiven Energie schafft er es, andere mitzureißen.“

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Gegen Augsburg wird sich Chandler das Treiben zunächst von der Seitenlinie aus anschauen. Es sind die anderen wie Rückkehrer Mario Götze, die mit Herz und Leidenschaft dafür kämpfen müssen, den Traum von Europa mehr und mehr Wirklichkeit werden zu lassen. Dass Bernd Hölzenbein all dies nicht mehr erleben kann, macht die Partie für Toppmöller zu einem „absolut besonderen Spiel. Sein Tod hat die gesamte Eintracht-Familie erschüttert. Bernd zu Ehren wollen wir unbedingt gewinnen und ihm mit einem guten Spiel die letzte Ehre erweisen“.

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