Mit zunehmendem Alter machen sich körperliche Veränderungen bemerkbar. Die Haut altert, der Körper wird schwächer, die geistigen Fähigkeiten nehmen ab. Manche der Veränderungen können, je nach Ausprägung, die Sicherheit im Alltag beeinträchtigen. Wie Sie gegensteuern.

So verändert sich der Körper im Alter

Der menschliche Körper verändert sich von Jahr zu Jahr. Je älter wir werden, desto schwächer wird unsere Hülle. Die Leistungsfähigkeit nimmt ab und der Grundumsatz des Energiestoffwechsels sinkt. Das macht vielen Menschen zu schaffen. Denn damit beginnen die Körpersysteme, nicht mehr fehlerfrei zu funktionieren. Alle Körperfunktionen und Organe sind dabei vom Alterungsprozess betroffen.

Muskelschwund

Eine der offensichtlichsten Veränderungen, die mit dem Alter einhergehen, ist der Verlust an
Muskelmasse und Muskelkraft. Dieser Verlust wird als Sarkopenie bezeichnet. Muskelmasse und Kraftverlust treten ab dem Alter von etwa 30 Jahren auf. Die Geschwindigkeit, mit der diese Veränderungen auftreten, kann von Person zu Person variieren und wird durch Faktoren wie Genetik, Ernährung und körperliche Aktivität beeinflusst. Forschungen zeigen jedoch, dass eine Abnahme der Muskelmasse von etwa 1 bis 2 Prozent pro Jahr ab dem Alter von 50 Jahren auftritt. Ein ähnlicher Rückgang tritt auch bei der Muskelkraft auf.

Ein Verlust an Muskelmasse und -kraft kann weitreichende Auswirkungen auf die Sicherheit im Alltag haben. Eine verringerte Muskelmasse erhöht das Risiko von Stürzen, insbesondere bei älteren Menschen, die aufgrund von Osteoporose oder anderen Erkrankungen bereits anfällig für Knochenbrüche sind. Die Schwächung der Muskeln und die Abnahme der Knochenmasse erhöhen darüber hinaus das Risiko von Knochenbrüchen und Verletzungen bei ebendiesen Stürzen. Eine geringere Muskelkraft kann weiterhin dazu führen, dass einfache Alltagsaufgaben wie das Heben von Gegenständen oder das Treppensteigen schwieriger werden. Gezieltes Muskeltraining sowie eine bewusste Ernährung mit ausreichend Proteinzufuhr sind gute Methoden, um Muskelschwund teilweise entgegenzuwirken.

Der Verlust der Beweglichkeit

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Beweglichkeit und Flexibilität des Körpers. Diese Veränderungen können sowohl auf körperliche als auch auf hormonelle Faktoren zurückgeführt werden. Eine der Hauptursachen ist der Verlust der bereits erwähnten Muskelmasse und -kraft. Die Muskeln werden schwächer und verlieren an Elastizität. Die Knochenstruktur verändert sich ebenfalls im Alter, wodurch die Gelenke steifer werden und weniger Bewegung zulassen. Darüber hinaus können
Krankheiten wie Arthritis oder Osteoporose zu einer Einschränkung der Beweglichkeit führen.

Die Flexibilität des Körpers nimmt im Alter genauso ab. Die Elastizität der Bänder, Sehnen und Muskeln lässt nach, was zu einer eingeschränkten Bewegungsfreiheit führt. Hiermit geht in der Regel eine erhöhte Verletzungsgefahr einher, da es so schwieriger für den Körper wird, unerwartete Bewegungen oder Belastungen auszugleichen. Ein eingeschränkter Bewegungsumfang und eine reduzierte Flexibilität können zu einem erhöhten Sturzrisiko führen.Eine gute Möglichkeit, die Flexibilität und Beweglichkeit zu erhalten oder zu verbessern, sind regelmäßiges Dehnen und Yoga. Gerade eine regelmäßige Dehnungsroutine kann helfen, die Muskeln geschmeidig zu halten und die Beweglichkeit der Gelenke zu erhöhen.                           

Die Abnahme der Herz-Kreislauf-Funktion

Die Muskulatur des Herzens ist vom Alterungsprozess nicht ausgeschlossen und nimmt im Alter deutlich ab. Das führt dazu, dass unser Herz weniger effektiv pumpen kann und in geringerer Menge Sauerstoff und
Nährstoffe im Körper verteilt. Darüber hinaus führt die Abnahme der Muskelmasse zu einem Anstieg des Körperfetts, was das Risiko für Arteriosklerose und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Ein weiterer Faktor, der zur Alterung des Herz-Kreislauf-Systems beiträgt, ist die Versteifung der Arterien. Mit zunehmendem Alter verlieren die Arterien ihre Flexibilität und Elastizität, was den Blutdruck erhöht und eine Abnahme des Blutflusses mit sich bringt. Eine Reihe von gesundheitlichen Problemen, einschließlich Herzinfarkt, Schlaganfall und anderen kardiovaskulären Erkrankungen, können die Folge sein.

Angesichts dieser Veränderungen im Herz-Kreislauf-System im Alter ist es besonders wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten. Neben der bereits genannten gesunden Ernährung und regelmäßiger körperlicher Aktivität kann die Einnahme von Medikamenten, die den Blutdruck senken oder das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen reduzieren, hilfreich sein. Abgesehen davon ist es wichtig, regelmäßige medizinische Untersuchungen durchzuführen, um Anzeichen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Auch die Seh- und Hörleistung nimmt ab

Eine weitere Veränderung, die im Alter auftreten kann, ist eine Abnahme der Seh- und Hörleistung. So nimmt die Fähigkeit des Auges, Licht aufzunehmen und zu verarbeiten, im Alter ab. Das Auge verliert an Elastizität und die Linse wird zunehmend trüb. Dadurch wird das Sehen in der Nähe erschwert, was dazu führen kann, dass ältere Menschen Schwierigkeiten beim Lesen oder Probleme haben, feine Details zu erkennen. Auch das Sehen bei schlechten Lichtverhältnissen wird zunehmend schwieriger, da die Pupillenreaktion langsamer wird und sich die Augen nicht mehr so gut an unterschiedliche Helligkeitsbedingungen anpassen können.

Im Bereich der Hörleistung nimmt die Empfindlichkeit der Sinneszellen im Innenohr im Alter ab. Viele ältere Menschen sind daher nicht mehr in der Lage, bestimmte Frequenzen zu hören. Die Fähigkeit, Geräusche aus verschiedenen Richtungen zu lokalisieren, nimmt ebenfalls ab. Gerade, wenn es um Warnsignale geht, die nicht mehr verstanden werden, ist dann oft die Sicherheit der Älteren in Gefahr.Zudem kann es zu einer Abnahme der Sprachverständlichkeit kommen, da ältere Menschen Schwierigkeiten haben, hohe und tiefe Töne zu unterscheiden und somit Sprache schlechter verstehen. Verständigungsprobleme und Missverständnisse können ebenfalls ein Sicherheitsrisiko darstellen.                            

Die körperlichen Fertigkeiten auf den Prüfstand stellen

Nimmt die körperliche Leistungsfähigkeit im Alter ab, sind verschiedene Tätigkeiten nicht mehr so leicht bis gar nicht umzusetzen, wie das früher vielleicht der Fall war. Daher gilt es, sich, je älter man wird, zu fragen: Wozu bin ich noch problemlos in der Lage und welche Fertigkeiten bereiten mir immer mehr Schwierigkeiten?So soll es zu einer ehrlichen Einschätzung kommen, welche Tätigkeiten noch sicher eigenständig möglich sind und welche nicht. Dabei handelt es sich um eine Selbstschutzmaßnahme, die jeder für sich ergreifen muss und bei der es heißt, Eigenverantwortung zu übernehmen. Diese bezieht sich jedoch nicht allein auf die eigene Gesundheit. Schließlich gibt es Tätigkeiten wie das Autofahren, bei der eine Einschränkung der eigenen körperlichen Fähigkeiten sich zudem auf die körperliche Gesundheit anderer auswirken und schlimmstenfalls gar deren Leben bedrohen kann.

Das Autofahren

Das Autofahren ist die Tätigkeit schlechthin, bei der es im Alter enorm wichtig ist, die eigenen Fertigkeiten zu hinterfragen und realistisch einzuschätzen. Schließlich können Seh- und Hörschwächen ebenso wie Arthrose, eine verlangsamte Wahrnehmung, aber auch regelmäßig eingenommene Medikamente die Fahrtüchtigkeit älterer Menschen erheblich beeinträchtigen. Nicht immer merkt man beim Fahren sofort selbst, dass man sich im Straßenverkehr nicht vollkommen „normal“ und sicher verhält. Daher ist es sinnvoll, regelmäßig mit Angehörigen zu fahren, die einen Blick auf das Fahrverhalten haben und eventuell einen hilfreichen Kommentar abgeben können. Zudem lohnt es sich, eine zur Kontrolle des Fahrens angelegte Checkliste durchzuarbeiten, die einem recht deutlich Auskunft über den Stand der Fähigkeiten geben kann. Denn nicht allein das immer wieder auftretende Hupen anderer Verkehrsteilnehmer, sondern etwa auch eine permanente leichte Nervosität im Auto, die bislang unbegründet blieb, können ernste Alarmsignale sein.                            

Das Kochen

Das Kochen zählt, wie viele andere Tätigkeiten, zu jenen, die für besonders junge genau wie besonders alte Menschen gefährlich werden können. Vergesslichkeit beim Arbeiten mit Herdplatten, Unfälle durch mangelnde Koordination beim Hantieren mit heißen Flüssigkeiten und scharfe und spitze Gegenstände bergen besondere Risiken. Es gilt also in der Küche, selbst einzuschätzen, zu welchen Tätigkeiten man noch gefahrenlos in der Lage ist und wo Anpassungen nötig sind.

Wer noch selbst halbwegs fit ist, aber gezielt „Verbesserungen“ benötigt, kann beispielsweise auf spezielle Küchenhelfer für Senioren zurückgreifen. Diese sind etwa mit verstärkten, rutschfesten Griffen ausgestattet. Diese Messer, Flaschen- und Dosenöffner, Sparschäler, Apfelausstecher und andere Küchenhelfer sind ergonomisch geformt und liegen dadurch besser in der Hand als herkömmliche Küchengeräte. Dadurch bieten sie mehr Sicherheit und erfordern oft weniger Kraftaufwand. Auch Schneidebretter sind mit einer guten Arretierung gegen Verrutschen erhältlich.

Wenn die körperlichen Fähigkeiten deutlich nachlassen, ist es sinnvoll, sich nach speziellen Dienstleistungen umzusehen. So gibt es z. B. das Angebot „Essen auf Rädern“ – ein Menüservice, der allen, die nicht mehr selbst kochen können, täglich Essen liefert. Außerdem bieten Supermärkte inzwischen eine Reihe gesunder und leckerer Fertiggerichte sowie Mikrowellen- und Tiefkühlmahlzeiten an.

Handwerkeln, Reparieren und Ähnliches

Wer früher noch problemlos handwerkeln konnte und einfache Dinge in der Wohnung selbst repariert und installiert hat, tut sich damit im Alter ebenfalls häufig schwer. Neben der nachlassenden Kraft, mangelnder Koordination und Konzentration kommen Überforderung, Gleichgewichtsprobleme und mehr hinzu. Es ist daher dringend empfehlenswert, sich in diesen Dingen externe Hilfe zu suchen, da es sonst mitunter zu gefährlichen Unfällen kommen kann. Für kleinere Aufgaben kann man sich immer an Nachbarn wenden und fragen. Das kostet nichts, und nein sagen können diese immer noch, wenn es ihnen an Zeit, Lust oder Fähigkeiten mangelt.                            

Stolperfallen beseitigen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes starben im Jahr 2021 ganze 7096 Menschen im Alter von 85 oder höher an den Folgen eines häuslichen Unfalls. Im Alter zwischen 75 und 85 waren es immerhin noch 4063 Menschen. Erst danach nimmt die Zahl deutlicher ab. Die Unfälle zuhause gehören damit zu den mit Abstand häufigsten Todesursachen für alte Menschen. Vor allem tödlich endende Stürze sind eine Gefahr, die sich vermeiden lässt. Daher gilt es, früh genug gezielt mögliche Stolperfallen in den eignen vier Wänden zu beseitigen.

  • In der Küche können lose Teppiche oder Matten auf dem Boden zum Stolpern führen, wenn sie nicht richtig befestigt sind. Ebenso können herumliegende Kabel oder elektrische Geräte auf Arbeitsflächen zu einer Gefahr werden. Es ist ratsam, diese Utensilien stets ordnungsgemäß aufzuräumen und sicherzustellen, dass Kabel und Leitungen gut verstaut werden.
  • Im Badezimmer ist besondere Vorsicht geboten, da es sich hierbei um einen Bereich handelt, der oft nass und rutschig ist. Um das Sturzrisiko zu minimieren, sollten ältere Menschen sicherstellen, dass der Bodenbelag rutschfest ist und dass sie Haltegriffe installiert haben und dass Anti-Rutsch-Matten ausliegen. Zudem sind begehbare und bodengleiche Duschen zu empfehlen.

  • Im Schlafzimmer ist oft Unordnung der Grund für Stürze. Aufgrund eingeschränkter Sicht (wegen Dunkelheit) oder Beweglichkeit können ältere Menschen leicht über lose Gegenstände oder Kleidungsstücke auf dem Boden stolpern. Es ist daher empfehlenswert, das Schlafzimmer gut organisiert und aufgeräumt zu halten, um das Sturzrisiko zu minimieren.                                

Eine weitere Stolperfalle können Haustiere sein. Wenn ein Haustier im Haushalt lebt, sollte immer darauf geachtet werden, dass es nicht übersehen wird und man nicht darüber stolpert.                            

Die Mobilität verbessern

Um die Sturzgefahr nicht nur zu Hause, sondern auch unterwegs zu verringern, gibt es ebenfalls diverse Möglichkeiten und Maßnahmen. Mit ihrer Hilfe kann die Mobilität verbessert werden, was eine grundsätzlich höhere Sicherheit gewährleistet.                                                            

Fitness-Übungen                            

Fitness-Übungen sind eine großartige Möglichkeit, um die körperliche Gesundheit und Fitness zu verbessern. Für ältere Menschen kann regelmäßiges Training helfen, die Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer zu erhalten, was zu einer besseren Lebensqualität beitragen und die Sicherheit im Alltag erhöhen kann. Eine der einfachsten Übungen ist moderates Gehen. Es hilft dabei, die Ausdauer zu verbessern und den Körper in Bewegung zu halten. Wer ein Laufband hat, kann selbst Indoor-Walking machen und damit bei jedem Wetter trainieren.

Eine weitere simple Übung ist die Wandkniebeuge. Sie kann helfen, die Bein- und Gesäßmuskulatur zu stärken, indem man sich mit dem Rücken an eine Wand lehnt und langsam in die Knie geht. Für eine bessere Koordination und Balance kann man beispielsweise den Stuhlschritt ausführen. Hierbei steht man mit den Füßen hüftbreit auseinander und stellt einen Stuhl vor sich. Nun hebt man das rechte Bein an und setzt den Fuß auf dem Stuhl ab, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Dann kehrt man zum Stand zurück und wiederholt die Übung mit dem linken Bein. Für die Kräftigung der Armmuskulatur empfiehlt es sich, mit leichten Gewichten oder Wasserflaschen zu arbeiten. Dabei kann man Übungen wie Bizeps-Curls, Trizeps-Erweiterungen und Schulterpressen durchführen. Ebenfalls sinnvoll ist ergänzendes Stretching. Dehnübungen können helfen, die Flexibilität zu verbessern und die Muskeln zu lockern. Man kann hierfür einfach auf dem Boden sitzen und Dehnübungen für Beine, Rücken und Schultern durchführen.                                

Bewegungshilfen wie Gehstock, Rollator und Treppenlift                            

Bewegungshilfen wie Gehstöcke, Rollatoren und Treppenlifte können älteren Menschen dabei helfen, ihre Unabhängigkeit im Alltag zu bewahren und Mobilitätsprobleme zu überwinden. Diese Hilfsmittel reduzieren die Angst vor Stürzen und stärken zudem das Selbstvertrauen. Damit lässt sich sicherstellen, dass auch die Ältesten der Gesellschaft in ihrem Tempo weiterhin aktiv am Leben teilnehmen können. Gehstöcke sind eine der einfachsten Bewegungshilfen und können helfen, das Gleichgewicht zu verbessern und die Belastung auf die Gelenke zu reduzieren. Sie können zudem dazu beitragen, die Schmerzen und Beschwerden zu lindern, die mit Arthritis und anderen altersbedingten Erkrankungen einhergehen. Gehstöcke gibt es in verschiedenen Ausführungen und Größen, so dass jeder das passende Modell finden kann.

Rollatoren sind eine weitere nützliche Bewegungshilfe. Dabei handelt es sich um rollende Gehhilfen, die dazu dienen, das Gleichgewicht zu halten und gleichzeitig als Stütze zu dienen. Rollatoren gibt es in verschiedenen Größen und Ausführungen für unterschiedliche Bedürfnisse und Anforderungen. Viele Modelle sind zudem mit Netzen oder Taschen ausgestattet und lassen sich somit zusätzlich als Transportmittel für kleinere Einkäufe oder Ähnliches verwenden. Treppenlifte letztlich sind eine besonders wichtige Bewegungshilfe für ältere Menschen, die Schwierigkeiten haben, Treppen zu steigen. Diese Geräte ermöglichen es älteren Menschen, sicher und bequem von einem Stockwerk zum anderen zu gelangen, ohne sich übermäßig zu belasten oder zu gefährden. Es gibt Treppenlifte für gerade und kurvige Treppen. Sowohl im Außenbereich als auch für mehrstöckige Wohnungen oder Häuser sind entsprechende Lifte erhältlich.                        

                       

Von Welt der Wunder Redaktion