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Ein Viertel der Frauen auf der Welt können Sex mit ihrem Partner oder Mann nicht ablehnen. Zudem ist jede zweite Schwangerschaft unbeabsichtigt. Zu diesen Ergebnissen kommt der Welt­bevölkerungs­bericht 2024 des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA), den die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung am Mittwoch vorgestellt hat. Anders als der Titel möglicherweise vermuten lässt, befasst sich der Bericht vor ­allen Dingen mit dem weltweiten Stand der sexuellen und reproduktiven Rechte und Gesundheit der Menschen. Demnach ist diesbezüglich in den vergangenen Jahrzehnten ein deutlicher Fortschritt zu verzeichnen, zuletzt habe er jedoch stagniert.

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„Die Rechte von Frauen und Mädchen werden weltweit zunehmend eingeschränkt“, sagte Florence Bauer, UNFPA-Regionaldirektorin für Osteuropa und Zentralasien bei der Vorstellung des ­Berichts. Zwar hält der Bericht auch fest, dass in den 30 Jahren, seitdem 1994 auf der UN-Weltbevölkerungskonferenz in Kairo das Recht auf körperliche Selbst­bestimmung von 179 Staaten festgehalten wurde, die Müttersterblichkeit um 34 Prozent zurückgegangen sei und die Zahl der Frauen, die verhüten, sich verdoppelt ­habe.

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Allerdings ist die Müttersterblichkeit demnach zwischen 2016 und 2020 nicht weiter gesunken. Zudem habe jede zehnte Frau keine Wahl, ob sie verhüten möchte oder nicht. Bauer berichtete, dass in 40 Prozent der Länder, für die sie Daten erheben, die körperliche Selbst­bestim­mung abnehme.

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Große Unterschiede zwischen verschiedenen Weltregionen

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Sie führte weiter aus, dass die Fortschritte der vergangenen Jahre diejenigen Frauen, die am stärksten ausgegrenzt sind, weniger erreichten. Eine Frau in Afrika ­etwa trägt nach Angaben des Weltbevölkerungsberichts ein 130-mal größeres Risiko, an Komplikationen einer Schwangerschaft oder Geburt zu sterben, als eine Frau in Europa oder Nordamerika. Der Zugang zu angemessener Gesundheits­vorsorge, Sexualaufklärung, Schwangerschaftsbetreuung und Möglichkeiten zur Abtreibung sei weiterhin abhängig von Herkunft, der Hautfarbe und dem Wohlstand der Betroffenen.

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Die UNFPA-Regionaldirektorin rief dazu auf, besonders benachteiligte Gruppen in den Fokus zu nehmen. Die Folgen davon könnten beträchtlich sein. Das sei nicht nur wegen der Menschenrechte und der Geschlechtergerechtigkeit wichtig. Investitionen ins Gesundheitssystem und Maßnahmen zur Stärkung der körperlichen und sexuellen Selbstbestimmung würden sich auch wirtschaftlich auszahlen. Indem mehr Frauen arbeiten gingen, würden die entsprechenden Regionen wohlhabender.

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Im Weltbevölkerungsbericht wird aber auch deutlich, wie groß die Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern und Regionen sind. Für das Jahr 2024 wurde ermittelt, dass Frauen weltweit im Schnitt 2,3 Kinder bekommen. In Afrika liegt dieser Wert mit etwa vier Kindern pro Frau deutlich höher, weswegen die Vereinten Nationen von einem Bevölkerungszuwachs von gegenwärtig 1,4 auf etwa 2,5 Milliarden Menschen Mitte des Jahrhunderts ausgehen.

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Zwei Drittel der Weltbevölkerung lebten hingegen in Ländern, in denen die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau bei zwei oder niedriger liegt. Zudem gebe es innerhalb der Länder teils noch größere Ungleichheiten in der körperlichen Selbstbestimmung, wie etwa ungleicher Zugang zu adäquater Gesundheitsversorgung und zu Verhütungsmöglichkeiten, aber auch zum Schutz vor sexuellen Krankheiten.

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