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Die Löwen Frankfurt haben Sportdirektor Franz-David Fritzmeier am Dienstag „mit sofortiger Wirkung“ von seinen Aufgaben entbunden. Das gab der Klub aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) in einer kurzen Mitteilung auf seiner Webseite bekannt. „Über die Hintergründe der Trennung geben die Löwen Frankfurt derzeit keine weitere Stellungnahme ab“, hieß es weiter.

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Fritzmeiers Ausscheiden kommt nicht überraschend. Das Fachmagazin „Eishockey News“ berichtete zuerst von einem Dissens zwischen Fritzmeier und dem geschäftsführenden Gesellschafter der Löwen, Stefan Krämer. Er und Fritzmeier gaben in der vergangenen Woche an, sich im Urlaub zu befinden. Gerüchte über die Ablösung des Sportdirektors dementierten beide nicht.

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Grund für die Freistellung Fritzmeiers soll nach Angaben der „Bild“-Zeitung unter anderem eine körperliche Auseinandersetzung zwischen dem Sportdirektor und dem Ko-Trainer Jan Barta sein, die sich Ende Februar in einer Drittelpause eines Pflichtspiels in der DEL ereignet haben soll. Spieler berichten gegenüber dem Hessischen Rundfunk (HR) außerdem von „unangenehmen Situationen in der Kabine, von lauten Beschimpfungen, plötzlichen Stimmungsschwankungen“. Die Vorwürfe weist Fritzmeier in einer Stellungnahme, die auch der F.A.Z vorliegt, „voll und ganz“ zurück.

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Für die Löwen gekämpft „wie ein Löwe“

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Vor eineinhalb Jahren hatten Insider der F.A.Z. berichtet, dass Fritzmeier für den Verein „wie ein Löwe“ kämpfe. Das hatte auch Vorteile. Viele Spieler teilten in persönlichen Gesprächen mit, dass ihr Wechsel nach Frankfurt auch mit dem Sportdirektor zu tun habe. Vor allem über junge Spieler hielt er schützend seine Hand. Beteiligten sich Trainer nicht genug an deren Weiterentwicklung, wurden sie ausgetauscht – selbst wenn sie Erfolg hatten.

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Auch die Kommunikation des Klubs bestimmte der frühere Eishockey-Profi. Jede Presserunde in der abgelaufenen Saison fand ausschließlich mit ihm statt. Interviews mit Trainern oder Spielern mussten intern mit dem Bad Tölzer abgesprochen werden. Das bestätigen ehemalige Löwen-Mitarbeiter der F.A.Z. Empfand Fritzmeier Fragen als zu kritisch, konnte er auch in Presserunden gereizt reagieren.

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Dass der bald 44 Jahre alte Bayer sehr impulsiv sein kann, ist seit Jahren im Umfeld des Klubs ein offenes Geheimnis. Er war nicht nur in den Spielen an der Bande sehr emotional, auch hinterher sowie abseits der Spieltage merkte man ihm mitunter die Anspannung und den Druck an, der auf ihm lastete. Manchmal entlud sich diese Anspannung in harschen Worten gegenüber Vereinsmitarbeitern oder Journalisten.

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Daniel Heinrizi soll Nachfolger werden

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In seiner Stellungnahme schreibt Fritzmeier, dass die Doppelfunktion als Interimstrainer und Sportdirektor beim gleichzeitigen Kampf gegen den Abstieg eine „sehr stressige Situation“ für ihn gewesen sei. Fritzmeier hatte seine Arbeit bei den Löwen am 21. Dezember 2017, noch zu DEL2-Zeiten begonnen.

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Neuer Sportdirektor bei den Löwen soll Daniel Heinrizi werden. Die Ravensburg Towerstars, ein ambitionierter Klub aus der zweiten Deutschen Eishockey Liga (DEL2), teilten Ende Februar mit, dass Heinrizi den Posten als Sportdirektor nur bis einschließlich 30. Juni 2024 bekleiden werde. Mit den Towerstars gewann er in der vergangenen Saison den Meistertitel. Die Entscheidung Heinrizis, Ravensburg zu verlassen, fiel in den Zeitraum, in dem sich der Streit in der Trainerkabine der Löwen zugetragen haben soll.

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Heinrizi ist in Darmstadt geboren und arbeitete vor seinen Stationen in Freiburg und Ravensburg einige Jahre für den EC Bad Nauheim in der DEL2, damals auch im Juniorenbereich des Klubs. Von 2008 bis 2010 war er Ko-Trainer bei den Frankfurt Lions. Für ihn wäre eine Rückkehr zu den Löwen also auch eine Rückkehr zu seinen hessischen Wurzeln.

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