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Wissen Sie, wie rein Ihr Mineralwasser ist? Denn laut dem Verbrauchermagazin Öko-Test (Juni-Ausgabe) enthalten einige Sprudelsorten potentiell bedenkliche Stoffe. So wurden in 14 von den 54 untersuchten Classic-Mineralwässern Substanzen nachgewiesen, die die „ursprüngliche Reinheit“ trüben. Dagegen heimsten insgesamt 26 Wassermarken die Bestnote ein.

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Unter den Prüflingen aus dem gesamten Bundesgebiet befanden sich fünf Mineralwässer mit Bio-Auslobung und zehn Produkte, die für Säuglinge geeignet sind. Zusätzlich zu den Untersuchungen im Labor wurden nach Angaben von Öko-Test auch Daten zum Rezyklatanteil in den Flaschen und Herstelleraussagen hinsichtlich der Klimaneutralität ihrer Produkte erfasst.

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Was ist „ursprünglich reines“ Mineralwasser?

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Nicht jedes Wasser, das aus der Erde gepumpt wird, darf sich „natürlich rein“ nennen. Zwar nimmt versickerndes Regenwasser auf seiner Reise durch die Gesteinsschichten immer Mineralien und Spurenelemente auf. Doch nur wenn das unterirdische Wasserreservoir, in dem es früher oder später ankommt, vor Verunreinigungen geschützt ist, gilt das Wasser auch als „ursprünglich rein“. Unerwünschte Stoffe können auf natürlichem Wege trotzdem hineingelangen – in Deutschland regelt seit 1984 daher die Mineral- und Tafelwasserverordnung, wie viele dieser Stoffe ein Wasser maximal enthalten darf, um noch als „natürlich rein“ durchzugehen.

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So sind etwa Bor, Nickel und Uran zwar natürlichen Ursprungs, in bestimmten Mengen können sie jedoch schädlich sein. Für Pestizide im Boden ist dagegen der Mensch selbst verantwortlich – wenn deren Abbauprodukte in der Sprudelwasserflasche landen, ist laut Öko-Test die „ursprüngliche Reinheit“ arg getrübt.

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Tut vor allem im Sommer gut: Mineralwasser ist erfrischend und gesund – oder?
It is especially good in summer: mineral water is refreshing and healthy – right?dpa

Nitrat im Wasser: Entwarnung

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Die gute Nachricht: Zu viel Nitrat in Boden und Grundwasser ist in Deutschland zwar ein großes Problem. Im Sprudelwassertest aber nicht. So wies die Hälfte der untersuchten Wässer zwar Spuren davon auf. Doch alle Proben lagen deutlich unter dem in der Mineralwasserverordnung angegebenen Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter (für Säuglingswasser 10 mg/l).

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Mineralwasser im Test: Die Einserschüler

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Und noch eine gute Nachricht: Die meisten Klassiker aus dem Getränkemarkt sind laut dem Öko-Test unbedenklich. So fuhren Adelholzener Classic, Aqua Römer Classic, Rheinfels Quelle Classic, Selters Classic, Gerolsteiner Sprudel, Teinacher Classic und Viva Con Agua Mineralwasser laut Test eine glatte Eins ein. Bei den Bioprodukten konnte ihnen nur Christinen Spritzig das Wasser reichen, bei den für Säuglingen geeigneten Marken überzeugte unter anderem Berg Quellen Classic.

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Mineralwasser im Test: Die Verlierer

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Nun zu den weniger guten Nachrichten: Insgesamt acht Wassermarken erhielten im Öko-Test die Note „ausreichend“, darunter Emsland Quelle Classic und Magnus Classic (für Säuglinge). Hier sieht das Verbrauchermagazin die Anforderungen an die „ursprüngliche Reinheit“ als nicht mehr gegeben. So wurden bei sechs der Viererkandidaten Abbauprodukte von mindestens einem Pestizid gefunden, deren Menge über dem Orientierungswert liegt. In fünf Wässern wurden zudem Süßungsmittel entdeckt, die unter anderem über menschliche Ausscheidungen ins Abwasser und in den Wasserkreislauf gelangen – und nach Ansicht von Öko-Test die Reinheit beeinträchtigen.

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Eine glatte Fünf („unbefriedigend“) kassierte Marius Quelle Classic aus Sachsenheim. Hier fand sich unter dem Mikroskop eine bedenkliche Menge Bor im Wasser. Bei Untersuchungen des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) haben Borverbindungen bei Tieren Entwicklungsschäden hervorgerufen. Daher wird empfohlen, sich für Bor nicht am Grenzwert der Verordnung für Mineralwasser, sondern am deutlich höheren Wert in der Verordnung für Trinkwasser zu orientieren. In zwei Sorten, darunter das Biowasser Bad Dürrheimer Classic, wurden höhere Mengen Nickel beziehungsweise Uran festgestellt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfiehlt, möglichst wenig Nickel am Tag zu sich zu nehmen, auch Uran sollte wegen potentiell leber- und nierenschädigender Effekte möglichst wenig eingenommen werden.

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Und wie steht es um die Umwelt?

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In Sachen Klimaschutz konnten die meisten Sprudelwässer überzeugen. Insgesamt 39 der 54 geprüften Wassermarken verwenden Glas-Mehrwegflaschen. 13 davon werden zusätzlich noch größtenteils in der jeweiligen Region verkauft (im Umkreis von bis zu 100 Kilometern um den Quellort). Das ist in der Kombi laut Umweltbundesamt die klimafreundlichste Variante für Wässer. PET-Flaschen können weniger oft wiederverwendet werden als ihre Kollegen aus Glas – der Öko-Test ergab jedoch, dass alle betroffenen Hersteller zumindest auf Einweg-PET mit 50 bis 100 Prozent Kunststoff aus dem Wertstoffkreislauf setzen.

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Die Testsieger und -verlierer und alle Ergebnisse lesen Sie hier bei Öko-Test.

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